Hundepsychologie

Vielleicht fragen sich jetzt einige der Leser:

 

Was ist denn Hundepsychologie?

Mein hundepsychologischer Ausbilder, Thomas Riepe, hat diese Frage sehr treffend beantwortet:

 

" In der Hundeschule lernt der Hund auf Kommando mit dem Bellen auf zu hören.

Beim Hundepsychologen lernt der Besitzer zusätzlich warum der Hund bellt."

 

Genau dieser Ansatz ist für mich besonders spannend.

 

Was bringt es, wenn die Grundkommandos vom Hund perfekt ausgeführt werden und er wie ein Roboter funktioniert, aber die emotionale und soziale Bindung, also das Verständnis zwischen Mensch und Tier nicht vorhanden ist.

 

Ein Grundprinzip der Hundepsychologie ist das "übersetzten" der Kommunikationssignale.

Wie "denkt" ein Hund und was will er mitteilen. Für sozialisierte Hunde ist es kein Problem sich untereinander Signale zu senden, um so die jeweiligen Absichten zu verdeutlichen. Das geschieht blitzschnell und ist nur mit viel Übung für den Menschen erkennbar. Hilfreich sind hierbei Fotos oder Videoaufnahmen.

Diese Signale spielen bei dem Training durch den Hundepsychologen eine große Rolle. Berücksichtigt nämlich der Mensch die Tatsache, dass der Hund zu 80 % durch unsere Körpersprache lernt, ist das Erziehungsziel schneller erreicht.

 

Bei der Erziehung des Hundes ist es auch erforderlich, rassespezifische Anlagen zu berücksichtigen. So wäre es völlig kontraproduktiv, z.B. einem Labrador Wasserspiele abzutrainieren.

Deshalb sollte sich der Mensch vor der Anschaffung eines neuen Familienmitgliedes sehr genau über rassetypische Eigenschaften des Hundes informieren, mit der eigenen Lebenssituation vergleichen und entsprechend wählen. Der typische Modehund passt eben nicht in jede Familie.

 

Auch grundlegende Aspekte der Entwicklungspsychologie vom "Wolf zum Hund", werden bei der Hundeerziehung berücksichtigt. Viele Verhaltensweisen beruhen auf dem natürlichen Instinktverhalten des Raubtieres ( z.B. Verteidigung des eigenen Territoriums durch lautstarkes Bellen ) und sind keine Probleme im eigentlichen Sinne. Natürlich ist dieses Verhalten in unserer Menschenwelt nicht erwünscht und muss in die richtigen Bahnen gelenkt werden.

 

Die hier kurz aufgeführten Aspekte werden bei jedem Training bewußt berücksichtigt und an die individuelle Lebenssituation von Mensch und Hund angepaßt.

 

Ein "Alle lernen das Gleiche nach der selben Methode" gilt nicht für die Arbeit eines Hundepsychologen.